Testamentvollstreckung

Die Testamentsvollstreckung ist als besonderes erbrechtliches Institut ganz speziell in der Lage, die zunehmend komplexer werdenden Nachlassstrukturen und Familienverhältnisse abzuwickeln, wie sie sich in der heutiger Lebenswirklichkeit darstellen.

Ihre hauptsächlichen Einsatzgebiete erlangt die Testamentsvollstreckung bei der Unternehmensnachfolge, im Estate Planing sowie bei schwierigen privaten Vermögens- und Familienverhältnissen.

Mit der Anordnung der Testamentsvollstreckung hat der Erblasser über den Tod hinaus Einfluss auf das Schicksal des von ihm zu Lebzeiten erlangten Vermögens. Auch die vielmals begründete Furcht des Erblassers, dass sich die Erben bei der Verwaltung und Verteilung des Nachlasses zerstreiten, spricht für eine Anordnung der Testamentsvollstreckung. Durch die Testamentsvollstreckung kann der Zugriff der Gläubiger eines Erben auf dessen Erbteil verhindert und somit Vermögenssicherung betrieben werden.

In der Praxis tauchen Probleme in der Erbauseinandersetzung immer häufiger auf. Besteht der Nachlass aus einem großen und vielschichtigen Vermögen, sind zahlreiche Erben vorhanden, diese unter Umständen auch noch jung, unerfahren und zerstritten, kann der Testamentsvollstrecker viel zum zügigen und reibungslosen Ablauf der Nachlassabwicklung beitragen. Eine langfristige Erbauseinandersetzung ist mit viel Aufwand verbunden und kann Vermögen vernichten.

Der Testamentsvollstrecker ist Herr des Verfahrens und grundsätzlich dem Erblasser verpflichtet und muss dessen in seinem letzten Willen getroffenen Anordnungen ausführen. Den Erben ist für die Zeit der Testamentsvollstreckung die Verfügungsgewalt über die Nachlassgegenstände entzogen.

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